Kennst du Gedankenschmerzen?

Gedankenschmerzen spürst du, wenn du Gedanken über dich denkst die unwahr sind. Unwahre Gedanken tun weh, mit unwahren Gedanken verletzt du dich selbst.

Es gibt eine ganz feine Linie, die verläuft zwischen einem realen Ereignis und deinem Gedanken, oder deiner Interpretation darüber. Ich will dir dafür einige Beispiele nennen.

Als Kind hast du nicht genügend Liebe bekommen, das war eine reale Situation, du machst daraus, dass du nichts wert bist. Das ist dein Gedanke darüber.

Der Busfahrer macht die Tür vor deiner Nase zu, das ist real, du machst daraus, dass du wieder mal nicht gesehen wirst.

Du erreichst bestimmte Ziele im Moment nicht, das ist real, du machst daraus, dass du ein Versager bist.

Kannst du diese feine Linie wahrnehmen? Diese Linie an der die reale Situation endet und an der du beginnst, deine eigene Geschichte draus zu machen?

Denn, deine Eltern hatten einfach nicht mehr zu geben, der Busfahrer ist einfach übel gelaunt, das Ziel ist noch nicht reif. Und dafür gibt es unendlich viele Erklärungen.  Kannst du das wahrnehmen?

Und diese eigene Geschichte, die machst DU, die machen nicht deine Eltern und die macht nicht der Busfahrer. Und meistens leidest du unter dieser unwahren Geschichte viel mehr, als unter dem, was real passiert ist.

Du hast einfach den nächsten Bus genommen, und damit war es gut, aber die Geschichte, dass du nicht gesehen wurdest, unter der kannst du tagelang leiden.

Wenn dich eine Situation schmerzt, spüre einmal nach, was du darüber denkst. Erspüre die feine Linie an der die Realität endet und du unwahre, schmerzhafte Gedanken denkst. Mach an dieser Linie eine kleine Pause und frage dich, ob du dich selbst verletzen möchtest. Denn das tust du, indem du solchen falschen Gedanken folgst und glaubst.

Immer wieder aufs neue kannst du entscheiden ob du schmerzhafte Gedanken denkst, bzw. in dir denken lässt. Vielleicht erscheint es dir schwierig diese zarte Linie zu erspüren. Aber du kannst es, es ist eine kleine detektivische Übung. Komm dir selbst auf die Spur. Lern dich kennen und denke Gedanken, dir dir gut tun. Denn beides ist möglich.

Deine Eltern haben dir nicht genug gegeben und du bist ein sehr liebenswerter Mensch. Der Busfahrer lässt dich stehen und du bist trotzdem sichtbar. Du erreichst dein Ziel nicht und gewinnst neue Erfahrungen und gehst weiter.

Kannst du verstehen was ich meine? Die Realität schmerzt, sie tut weh, sie macht dich wütend. Schmerz ist akut und vergeht auch wieder, bereits in dem Moment, in dem du ihn fühlst, aber wenn du eine eigene, unwahre Geschichte daraus machst, dann beginnst du anhaltend und wiederkehrend zu leiden.

Sei dankbar für Gedankenschmerzen. Sie zeigen dir, wo du dich selbst verletzt, sie zeigen dir, wo du selbst deine alte Geschichte hinter dir lassen darfst, sie zeigen dir wo du liebevoller über dich denken darfst. Du fühlst es selbst. Jeder wahre Gedanke über dich, der macht dich glücklich.

Setz dich hin und schließ die Augen. Sag dir den Satz, ich bin wertlos. Wie fühlst du dich, spürst den den Schmerz? Sag dir den Satz, ich bin liebenswert. Spürst du die Freude, die sich da einstellt? Du spürst es. Durschschaue deine Geschichten und entrümpele, was dir schadet. :).