Wie du wieder in Kontakt mit dir kommst

5.4.14 007Manchmal berichten Klienten: „Ich habe die letzten Wochen hervorragend funktioniert – aber ich habe mich gar nicht gespürt“ oder „in meinem Leben klappt alles, aber ich kann mich gar nicht mehr freuen“. Wenn du so etwas wahrnimmst, dann hast du schon gewonnen, denn damit hast du den ersten Schritt gemacht, du spürst wie es dir geht.

Wenn du möchtest, kannst du Schritt für Schritt wieder damit beginnen, zu fühlen. Freude, Trauer, Wut, Angst…. alle Gefühle gehören zur Palette unseres Planeten Erde. Irgendwann haben wir unsere Gefühle in angenehm und unangenehm – erwünscht und unerwünscht – eingeteilt. Wir haben damit begonnen, die unangenehmen Gefühle zu bekämpfen oder wir versuchen verzweifelt, ihnen zu entfliehen. Nicht hinsehen, nicht hinfühlen, sich ablenken, fliehen…. das ist der normale Umgang bei uns.

Du kannst aber auch einen neuen Weg ausprobieren. Lehn dich zurück, beobachte ganz sanft deinen Atem, der dich ganz von selbst nach innen führt und nimm wahr, wie es dir wirklich geht. Was nimmst du wahr? Freude, Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Ohnmacht? Wie ist die Farbe deiner inneren Landschaft? Wo im Körper spürst du all diese Gefühle? Indem du nach innen fühlst, entsteht ein neuer Kontakt mit dir selbst. Schicht für Schicht kannst du deine Gefühle atmend wahrnehmen. Indem du aufhörst zu fliehen oder zu kämpfen, indem du einfach da bleibst und mit dem was ist, liebevoll atmest, wirst du ruhiger, kommst du zu dir, kannst du fühlen was jetzt da ist.

Gefühle die gefühlt werden, haben die Tendenz weiterzufließen und sich zu verändern. Sie erstarrren und verfolgen dich, wenn du sie wegschiebst oder wenn du ihnen entkommen möchtest.

Auch Klienten, die noch gar nicht so lange zu Einzelsitzungen zu mir kommen, berichten oft von schönen Erlebnissen mit dem Atem. Einfach weil sie damit begonnen haben, jeden Tag für einige Zeit atmend nach innen zu fühlen, beginnt sich ihr Leben zu verändern. Wenn du diese Übung täglich machst, kommt eine neue Achtsamkeit in dein Leben und ein neues Gespür für dich selbst. Auf eine liebevolle Weise holst du dich jeden Tag da ab wo du gerade stehst.

Statt zu denken „oh je, ich hab jetzt so eine Wut, was mach ich denn jetzt damit?“, kannst du erfahren, dass du mit Gefühlen nichts machen musst. Gefühle wollen gefühlt werden – das ist alles. In dem Moment wenn du sie wirklich fühlst und dasein lässt, fließen sie weiter und beginnen, sich zu verändern.

Neulich sagte eine Klientin „und weißt du, seit ich die unangenehmen Gefühle wahrnehme und mit ihnen atme, seither empfinde ich plötzlich wieder viel mehr Freude im Leben, davor war oft alles nur noch grau“.

Wenn du dir wieder erlaubst zu fühlen, wird dein Leben wieder farbiger und intensiver. Dann bist du manchmal unendlich traurig und manchmal vielleicht sehr wütend und dann mal wieder voller Freude. Der Atem begleitet dich bei allem – das ist das schöne an ihm.

Wenn du magst, mach es dir zur Gewohnheit, jeden Tag für eine gewisse Zeit in die Ruhe zu kommen und atmend mit dir im Kontakt zu sein.

Hast du es schon mal probiert? Falls du in der Nähe wohnst und falls du dich angesprochen fühlst, komm gerne zum Atem – Stille – Raum. In einer Gruppe übt es sich doch leichter.